Angst vor der Arbeit: Gründe, Tipps & Lösungen

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Angst vor der Arbeit: Gründe, Tipps & Lösungen

Dass der Gedanke an Arbeit nicht unbedingt Freude auslöst, ist für sich genommen nicht bedenklich – so geht es schließlich vielen Menschen. Manchmal handelt es sich aber nicht „nur“ um eine Unlust auf den Job, sondern eine regelrechte Angst vor der Arbeit. Das kann verschiedene Gründe haben, etwa Probleme mit den Kolleg/innen oder Vorgesetzten, aber auch Überforderung. Wenn du Angst hast, zur Arbeit zu gehen, solltest du das nicht einfach hinnehmen, sondern überlegen, was du tun kannst. Hier findest du Tipps und wir zeigen dir Strategien, um die Angst vor der Arbeit zu überwinden.

Wenn die Arbeit zur Belastungsprobe wird

Schon der Gedanke an die Arbeit sorgt für ein flaues Gefühl im Magen. Wenn morgens der Wecker klingelt, stellt sich sofort schlechte Laune ein. Auf dem Weg zur Arbeit möchte man am liebsten wieder umdrehen. Und der schlimmste Zeitpunkt der Woche ist eindeutig der Montagmorgen. So oder so ähnlich geht es vielen Menschen, die Angst vor der Arbeit haben.

Angst, zur Arbeit zu gehen, ist für die Betroffenen belastend. Weil der Job meist einen großen Teil des Alltags einnimmt, können damit verbundene Ängste weitreichende Konsequenzen haben. Wenn der Job mit negativen Gefühlen verknüpft ist, belastet das häufig auch das Privatleben. Viele Betroffene denken ständig an die Probleme im Job und verlieren die Freude an Dingen, die ihnen eigentlich Spaß machen. Angst vor der Arbeit kann sogar Depressionen (mit-)verursachen.

Auch körperlich bleibt Angst vor der Arbeit oft nicht ohne Folgen. Sie kann zu diversen körperlichen Beschwerden führen, etwa Schlafstörungen, Magenproblemen oder Rückenschmerzen.

Viele Betroffene machen ihre Ängste mit sich aus, weil sie Angst haben, von anderen als schwach oder empfindlich abgestempelt zu werden. So leiden sie oft doppelt: Sie müssen sich jeden Tag einer für sie unangenehmen Situation stellen und fühlen sich gleichzeitig allein, weil sie das Gefühl haben, mit niemandem darüber reden zu können.

Angst vor der Arbeit kann viele Gründe haben

Wenn jemand Angst vor der Arbeit hat, kann das viele Ursachen haben. Manche Gründe für entsprechende Ängste hängen unmittelbar mit äußeren Faktoren zusammen, während andere eher mit der Persönlichkeit der Betroffenen zu tun haben.

Ein häufiger Grund für Angst vor der Arbeit sind Konflikte mit anderen Menschen. Manche Arbeitnehmer/innen haben Angst zur Arbeit zu gehen wegen Kollegen oder Kolleginnen. Womöglich kommt es im Job immer wieder zu Streitigkeiten und anstrengenden Diskussionen. Besonders belastend ist es, wenn Menschen am Arbeitsplatz gemobbt werden.

Zwischenmenschliche Konflikte bei der Arbeit können auch den/die Vorgesetzte/n betreffen. Besonders, wenn der/die Chef/in zu Wutausbrüchen neigt, haben viele Beschäftigte Angst vor der Arbeit und dem Chef/der Chefin gleichermaßen. In solchen Fällen ist meist auch das Betriebsklima schlecht, was ebenfalls als Grund für Angst vor der Arbeit infrage kommt. Ist die Stimmung im Team mies, kann das die Freude an der Arbeit rauben – selbst dann, wenn einem die eigene Tätigkeit eigentlich gut gefällt.

Ein häufiger Grund für Angst vor der Arbeit ist Überforderung. Wer das Gefühl hat, den Anforderungen im Job nicht gewachsen zu sein, der lebt oft ständig mit der Angst, dass das eigene Unvermögen anderen auffällt. Dabei kann die Überforderung im Job objektiv gegeben sein, sie kann aber auch einer rein subjektiven (Fehl-)Einschätzung geschuldet sein.

Auch Stress kommt als Ursache für Ängste in Bezug auf den Job in Betracht. Wenn jeder Tag auf der Arbeit voller Hektik und Druck ist, kann das dazu führen, dass einem schon morgens davor graut, welche Herausforderungen der Tag bereithält.

Angst vor der Arbeit: Tipps für Betroffene

Wenn du Angst hast, zur Arbeit zu gehen, solltest du das nicht einfach hinnehmen – zumindest, wenn sich deine Gefühle gegenüber deinem Job nicht nach kurzer Zeit ändern. Jeden Tag zur Arbeit zu gehen, obwohl du damit negative Gefühle verknüpfst, kann nicht nur deine allgemeine Zufriedenheit verringern, es kann auch ernsthafte gesundheitliche Probleme auslösen. Deshalb solltest du überlegen, wie sich die Situation verändern lässt.

Dazu musst du wissen, woran es liegt, dass du Angst vor der Arbeit hast. Vielleicht ist dir das bewusst, vielleicht hast du aber auch – scheinbar – Angst vor der Arbeit ohne Grund. Es mag sich so anfühlen, als gebe es für deine Angst keine Ursache, aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass das tatsächlich der Fall ist. Die Angst vor der Arbeit kann zum Beispiel mit allgemeinen Unsicherheiten oder Ängsten zusammenhängen. Sie kann dann durch Situationen ausgelöst werden, die objektiv vielleicht gar nicht so schlimm sind.

Lässt sich die Situation verbessern?

Ausgehend von der Ursache für dein Problem mit der Arbeit kannst du überlegen, was du tun kannst, um die Lage zu verbessern. Angenommen, es gibt Probleme mit deiner Chefin. Dann könntest du zum Beispiel mit dem Betriebsrat sprechen, vielleicht könnte aber auch ein direktes Gespräch mit der Vorgesetzten helfen. Manche Probleme lassen sich vergleichsweise leicht klären, während es für andere keine gute Lösung gibt. Dann bleibt oft nur die Kündigung; manchmal reicht aber auch eine Versetzung an einen anderen Arbeitsplatz oder in ein anderes Team aus.

Viele Menschen, die Angst vor der Arbeit haben, lassen sich häufig krankschreiben. Das mag im Akutfall tatsächlich hilfreich sein, wenn der Gedanke an die Arbeit dich in Panik versetzt. Eine Dauerlösung ist es jedoch nicht. Wenn die Angst vor der Arbeit zu einem Problem geworden ist, das dein Leben dominiert, solltest du dir dringend externe Unterstützung suchen. Wende dich an einen Arzt oder eine Ärztin oder einen Psychotherapeuten oder eine Psychotherapeutin, damit du das Problem nachhaltig aufarbeiten und lösen kannst.