Scheitern im Job: Lösungen & Umgang mit Niederlagen

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Scheitern im Job: Lösungen & Umgang mit Niederlagen

Wäre es nicht schön, wenn alles, was man anpackt, richtig gut laufen würde? Keine Frage, das ist wohl das Wunsch-Szenario der meisten Menschen. Immer glatt läuft es allerdings bei niemandem im Leben. Im Gegenteil: Es gibt bei fast jedem Menschen immer wieder Hindernisse und Rückschläge. Das ist im Job nicht anders. In manchen Situationen kann es sich sogar so anfühlen, als sei man im Job gescheitert. Hier erfährst du, was beim Umgang mit Fehlern und Niederlagen wichtig ist und warum das Scheitern nicht so schlecht ist wie sein Ruf.

Scheitern gehört zum Leben dazu

Wir leben in einer perfektionistischen Gesellschaft. Überall finden wir Tipps, wie wir uns selbst weiter optimieren können: mehr Yoga, mehr Meditation, mehr Bewegung, weniger Fast Food, weniger Netflix, weniger Stress. Anleitungen für das privat wie beruflich perfekte Leben gibt es im Internet, in Zeitschriften und Ratgebern zuhauf.

Der ständige Drang nach Selbstoptimierung mag seine Vorzüge haben, für viele Menschen erzeugt er aber in erster Linie: Druck. Viel Druck. Nur, wer sich voll unter Kontrolle hat, wer sein Leben bewusst lebt und in jeder Hinsicht erfolgreich ist, kann sich (vermeintlich) über gesellschaftliches Ansehen freuen. Ob Beziehung, Familie, Freund/innen, Hobbys oder Beruf: Überall sollte es möglichst gut laufen. Ist das nicht der Fall, stellen sich schnell Frust und Zweifel ein: Bin ich gescheitert? Warum schaffen andere das, bloß ich nicht?

Warum es normal ist, hin und wieder zu scheitern

Es gibt viele Situationen im Privatleben oder Beruf, in denen es sich anfühlen mag, als seist du gescheitert. Diese Einschätzung lässt die Lage jedoch oft schlimmer erscheinen als sie tatsächlich ist. Es kann lähmend wirken, sich als Mensch zu sehen, der gescheitert ist. Sollte man nicht lieber gleich aufgeben, weil es doch sowieso nicht klappt?

Tatsächlich ist schon die Wortwahl problematisch, denn obwohl Scheitern nichts anderes bedeutet, als ein Ziel nicht zu erreichen oder nicht erfolgreich zu sein, schwingt im Scheitern so viel mehr mit. Scheitern, das ist kein temporärer Rückschlag, sondern ein persönlicher Makel. Wer scheitert, kann es nicht. Er ist nicht gut genug – und wird es wahrscheinlich auch nie sein. So empfinden es jedenfalls viele Menschen, die sich selbst ein Scheitern attestieren.

Dabei ist Scheitern etwas völlig Normales – und nichts, wovon wir uns aus der Bahn werfen lassen sollten. Im Großen oder Kleinen erreichen wir alle mal nicht, was wir uns erhofft hatten. Bloß fühlt es sich nicht so an, als würde es anderen auch so gehen, wenn man sich selbst als einzige/n Versager/in weit und breit ansieht – das Leben der anderen ist ja schließlich so makellos, wie die schönen Fotos in sozialen Netzwerken belegen.

Perspektivwechsel: Fehler und Rückschläge als Grundlage für den Erfolg

Scheitern gehört also nicht nur zum Leben dazu – es ist auch deutlich besser als sein Ruf. Denn: Aus Niederlagen kann man lernen. Hindernisse auf dem Weg zum Erfolg sind kein Grund, die eigenen Pläne ad acta zu legen. Im Gegenteil: Hürden können dir zeigen, was nicht funktioniert und wo es noch Anpassungsbedarf gibt. Fehler können dir helfen, dich weiterzuentwickeln und stetig zu verbessern.

Welche Bedeutung Scheitern hat, hängt nicht so sehr davon ab, was vorgefallen ist. Wichtiger ist, wie du mit dem Hindernis umgehst. Wenn du sofort das Handtuch wirfst, bedeutet dein Scheitern tatsächlich das Ende eines Vorhabens. Ebenso gut kannst du Rückschläge jedoch zum Anlass nehmen, um aus ihnen wertvolle Erkenntnisse zu ziehen. Sieh Fehler als Lehrmeister, die dir dabei helfen, dich zu verbessern. Statt aufzugeben, machst du einfach weiter und passt lediglich deinen Kurs etwas an. Das erfordert Beharrlichkeit und Selbstvertrauen, lohnt sich aber fast immer.

Mache dir klar, dass viele erfolgreiche Menschen Phasen hatten, in denen es aussah, als würden sie scheitern. Das Manuskript des ersten Harry-Potter-Bands etwa haben rund ein Dutzend Verlage abgelehnt. Die Autorin J. K. Rowling blieb dran – und ihre Harry-Potter-Reihe wurde zum Welterfolg, der seinesgleichen sucht. So wie Rowling ging es zahlreichen bekannten Schriftsteller/innen.

Scheitern im Job: Tipps für den Umgang mit Rückschlägen

Rechne mit Rückschlägen und Hindernissen

Ob ein temporäres Scheitern im Job zu einem endgültigen Scheitern wird, hängt davon ab, wie du auf den Rückschlag reagierst. Dabei ist es hilfreich, dir von vornherein klarzumachen, dass du scheitern könntest. Viele Ideen klingen gut, stellen sich aber als nicht machbar heraus – zumindest in der ursprünglich erdachten Form. Es ist ganz normal, dass es ein paar Versuche brauchen kann, bis etwas gut klappt. So ist es auch mit beruflichen Vorhaben.

Rückschläge nicht als persönliches Scheitern empfinden

Einer der größten Fehler, die du machen kannst, wenn du im Job gescheitert bist, ist es, das Scheitern als persönliche Niederlage zu empfinden. Natürlich betrifft es dich, aber es bedeutet nicht, dass du gleich auf ganzer Länge gescheitert bist. Angenommen, du machst einen Fehler auf der Arbeit. Das ist ärgerlich oder sogar folgenreich, sagt aber nichts darüber, ob du deine Arbeit gut machst oder nicht – Fehler passieren.

Niederlagen hinter sich lassen

Es ist wichtig, dass du Rückschläge im Job möglichst schnell abhakst. Das heißt nicht, dass du tun solltest, als seist du nie gescheitert. Ziehe deine Schlüsse aus dem Scheitern im Job, aber dann blicke auch wieder nach vorne und verwende deine Energie darauf, es beim nächsten Versuch besser zu machen. Nur so kommst du schließlich voran.

Kümmere dich nicht darum, was andere über dich denken

Du bist im Job gescheitert und womöglich fühlst du dich deshalb wie ein/e Versager/in. Das Schlimmste an einer Niederlage ist jedoch oft gar nicht die Niederlage selbst, sondern das, was andere (vermeintlich) darüber denken. Es hilft dir aber nicht weiter, dir darüber den Kopf zu zerbrechen, ob dein/e Chef/in, Kolleg/innen, Familie oder Freund/innen nun schlechter über dich denken oder nicht. Mache dich frei vom Urteil anderer und konzentriere dich auf dich und deinen Weg.