Perspektivlosigkeit im Job: Auswege & Tipps

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Perspektivlosigkeit im Job: Auswege & Tipps

Viele Arbeitnehmer/innen wünschen sich einen Job, der ihnen Spaß macht, bei dem sie sich einbringen können und der ihnen Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Das ist jedoch längst nicht bei jedem Job der Fall. Werden die eigenen Aufgaben als anspruchslos oder monoton empfunden, kann das zu einer Perspektivlosigkeit im Job führen. Welche Gründe und Folgen das haben kann und wie du individuelle Lösungsstrategien entwickeln kannst, um beruflich wieder zufriedener zu werden, erfährst du hier.

Perspektivlosigkeit im Job kann viele Gründe haben

Ein spannender Job, bei dem man die eigenen Fähigkeiten unter Beweis stellen kann, für den man anerkannt wird und der mit interessanten Entwicklungschancen einhergeht – das wünschen sich wohl die meisten Beschäftigten. Für viele Arbeitnehmer/innen ist das aber nicht mehr als ein Wunschtraum. Stattdessen: Monotonie, Langeweile, immer dieselben Routinen, und von Entwicklungsmöglichkeiten keine Spur. Unter diesen Umständen macht sich schnell eine Perspektivlosigkeit im Job breit.

Wenn im Job die Perspektive fehlt, kann das verschiedene Ursachen haben. Denkbar sind zum Beispiel diese Szenarien:

  • Beschäftigte werden von ihren Arbeitgeber/innen nicht ausreichend gefördert und haben das Gefühl, dass ihre Leistungen nicht gesehen und somit auch nicht gewürdigt werden.
  • Wer in einer kleinen Firma arbeitet, dessen Aufstiegschancen und Entwicklungsmöglichkeiten sind naturgemäß meist kleiner als in einem größeren Unternehmen.
  • Perspektivlosigkeit im Job kann auch mit dem Job an sich zusammenhängen. An dem/der Arbeitgeber/in liegt es dann nicht; vielmehr wären vergleichbare Stellen in anderen Unternehmen wahrscheinlich mit denselben schlechten Zukunftsaussichten verbunden.
  • Mangelnde Chancen können die Folge einer schwierigen Situation am Arbeitsmarkt sein. Das kann etwa daran liegen, dass jemand einen sehr speziellen Job ausübt, für den es kaum Stellenausschreibungen gibt, oder dass der eigene Beruf mittelfristig nicht mehr so relevant sein wird.
  • Manchmal tragen auch die Betroffenen selbst dazu bei, dass eine Perspektivlosigkeit im Job entstanden ist. Oft haben es sich die Beschäftigten in ihrer Position bequem gemacht, statt Herausforderungen und Chancen gezielt zu suchen und sich so weiterzuentwickeln.

Perspektivlosigkeit im Job: Eine Belastung für Betroffene

Eine anhaltende Perspektivlosigkeit im Job ist für die Betroffenen oft sehr belastend. Je nachdem, wo die Ursachen für die mangelnden Perspektiven liegen, empfinden viele Betroffene ihren Job als langweilig und monoton. Viele haben das Gefühl, dass das, was sie im Job tun, ohnehin keinen Unterschied macht. Das kann Selbstzweifel hervorrufen und am Selbstbewusstsein kratzen.

Wenn die Situation im Job als suboptimal empfunden wird, kann das dazu führen, dass die Freude an der Arbeit verloren geht. Schlimmstenfalls sind die Beschäftigten ihrer Arbeit gegenüber so negativ eingestellt, dass ihnen schon beim Aufwachen davor graut, bald wieder im Betrieb sein zu müssen.

Für andere stellt der Joballtag zwar keine Belastung dar, sie blicken aber sorgenvoll in die Zukunft. Viele können sich nicht vorstellen, noch etliche Jahre in einem Job zu bleiben, in dem sie keine Perspektive mehr sehen. Wenn gleichzeitig die Ideen fehlen, wie man die Lage verbessern könnte, kommt es schnell zu Ernüchterung und Frust.

Bleibt die Situation auf der Arbeit über längere Zeit unverändert schlecht, kann das Folgen für das psychische und körperliche Wohlergehen haben. Die damit verbundene Unzufriedenheit kann verschiedene physische Beschwerden hervorrufen, etwa Rückenschmerzen, Magen-Darm-Probleme oder Schlafprobleme.

Auch Depressionen, Nervosität oder Ängste können durch eine als belastend empfundene Perspektivlosigkeit im Job begünstigt werden. Es kann sich auch eine generelle Antriebslosigkeit einstellen, die nicht auf das Berufsleben begrenzt sein muss.

Tipps und Strategien bei Perspektivlosigkeit im Job

Wenn du das Gefühl hast, dass du im Job nicht vorankommst, solltest du das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die größte Gefahr besteht darin, sich passiv seinem (vermeintlichen) Schicksal zu ergeben und sich mit der suboptimalen Lage abzufinden, aber gleichzeitig permanent unzufrieden zu sein. Auch das Warten auf eine plötzliche Besserung ist meist nicht zielführend.

Besser ist es, aktiv eine Veränderung anzustreben. Es ist fast immer möglich, die Situation zu verbessern – wenn du dazu bereit bist, die eigene Komfortzone zu verlassen und notfalls einen Sprung ins kalte Wasser zu wagen.

Der erste Schritt besteht darin, die Situation zu analysieren. Wie ist es zu der Perspektivlosigkeit im Job gekommen? Aufbauend auf deiner Analyse der Situation kannst du Lösungsvorschläge entwickeln. Mache dir dabei auch Gedanken über deine beruflichen Ziele. Nur, wenn du weißt, wo du hinwillst, kannst du die nötigen Wege dafür einschlagen.

Bessere Zukunftsaussichten: Diese Lösungsansätze können dazu beitragen

Wie es möglich ist, im Job wieder eine bessere Perspektive zu gewinnen, hängt von den Ursachen für die Perspektivlosigkeit ab:

  • Steckst du in einem monotonen, anspruchslosen Job fest? Dann kann es hilfreich sein, mit der/dem Arbeitgeber/in zu sprechen. Vielleicht kannst du neue Aufgaben oder mehr Verantwortung übernehmen. Bringe ruhig eigene Ideen mit ein. Manchmal ist es hilfreich, eine Weiterbildung zu machen oder sich auf eigene Faust neues Wissen anzueignen. Wenn deine Tätigkeit nicht anders gestaltet werden kann, kommt alternativ vielleicht auch ein interner Wechsel infrage.
  • Du wünschst dir einen spannenderen Job, der dich stärker fordert, siehst aber bei deiner/m jetzigen Arbeitgeber/in keine Möglichkeiten? Dann kann ein Jobwechsel Abhilfe schaffen. Nimm dir Zeit für die Jobsuche und sei kritisch, wenn du Stellenausschreibungen liest. Je klarer deine Vorstellungen davon sind, was du möchtest und was nicht, desto besser stehen die Chancen, dass du in einem anderen Job glücklicher wirst.
  • Ist die Lage am Arbeitsmarkt angespannt, kann es hilfreich sein, Initiativbewerbungen zu verschicken. Oft haben solche Bewerber/innen gute Chancen, wenn sie ihre Qualifikationen und Motivation überzeugend darlegen. Du solltest dir überlegen, in welchem Bereich du eine wertvolle Ergänzung für das Team sein könntest, und das in deiner Initiativbewerbung erläutern.
  • Siehst du auch bei anderen Arbeitgeber/innen kaum Perspektiven? Dann hängt das Problem wahrscheinlich mit dem Beruf an sich zusammen – zum Beispiel, weil die Chancen auf dem Arbeitsmarkt schlechter werden, der Job zum Problem für deine Gesundheit wird oder dir schlicht keinen Spaß mehr macht. In diesem Fall kannst du deine Perspektiven verbessern, indem du beruflich umsattelst.