Fehler im Job: Richtiger Umgang, Tipps & Lösungen

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Fehler im Job: Richtiger Umgang, Tipps & Lösungen

Fehler können immer passieren – auch bei der Arbeit. Wenn du einen Fehler im Job gemacht hast, ist das zwar ärgerlich, aber meist auch kein Weltuntergang. Entscheidend ist, wie du mit deinem Fehler umgehst. Hier findest du Tipps zum besten Vorgehen – und Rat in der Frage, ob du deinen Fehler lieber beichten oder für dich behalten solltest.

Fehler unterlaufen: Wie schlimm ist es wirklich?

Jeder Mensch macht hin und wieder Fehler. Manche Fehler haben keine nennenswerten Auswirkungen, während andere gravierende Konsequenzen haben. Das Spektrum ist groß – einen Fehler gemacht zu haben kann schließlich bedeuten, statt Körnerbrot Graubrot gekauft oder beim Abbiegen einen Radfahrer übersehen zu haben.

Fehler ist also nicht gleich Fehler, und das ist im Job nicht anders. Nehmen wir einmal an, du musst eine wichtige Präsentation vor wichtigen Kund/innen halten. Von deinem Auftritt hängt viel ab – und nun ist dir ein Fehler passiert. In dieser Situation macht es einen Unterschied, ob du in eine Präsentation einen Rechtschreibfehler eingebaut hast oder ob du den USB-Stick mit der Präsentation im 100 Kilometer entfernten Büro vergessen hast. Das letztere Szenario wäre wesentlich schlimmer (obwohl es im besten Fall noch rechtzeitig gelöst werden könnte, indem du dir die Präsentation von einer Kollegin oder einem Kollegen schicken lässt).

Wenn ihnen ein Fehler im Job passiert, ist das vielen Arbeitnehmer/innen äußerst unangenehm. Vor allem, wenn der Fehler potenziell schwerwiegende Auswirkungen haben könnte, kommt bei vielen Betroffenen Panik auf – und die Frage, wie man mit dem Fehler am besten umgeht.

Fehler im Job: Beichten oder nicht?

Wenn im Job ein Fehler passiert ist, fürchten viele Beschäftigte Konsequenzen. Selbst, wenn darauf keine Abmahnung folgt, könnte der/die Chef/in doch verstimmt sein. Was sollte man also in einer solchen Situation tun – den Fehler beichten oder lieber für sich behalten, was passiert ist?

Das hängt davon ab, um was für einen Fehler es sich handelt und ob er großen Schaden anrichten kann oder nicht. Entscheidend ist auch, ob du selbst dazu in der Lage bist, den Fehler wieder auszubügeln, bevor er bleibende Konsequenzen hat.

Angenommen, dir unterläuft ein kleiner Fehler, den du aber schnell beheben kannst. Das Ergebnis deiner Arbeit unterscheidet sich nicht von dem Ergebnis, das du erzielt hättest, wenn du keinen Fehler gemacht hättest. Dann besteht kein Anlass, deinen Fehler an den/die Vorgesetzte/n weiterzutragen. Im Sinne von Offenheit und Vertrauen kannst du das natürlich trotzdem tun, aber wirklich nötig ist es nicht – und es wird wahrscheinlich auch gar nicht von dir erwartet.

Wenn ein Fehler im Job jedoch unangenehme Folgen für die/den Arbeitgeber/in haben kann und es dir nicht gelingt, das Problem zu beseitigen, solltest du mit deiner/m Vorgesetzten sprechen. Das gilt selbst dann, wenn du nicht sicher sein kannst, dass der/die Arbeitgeber/in überhaupt davon erfährt. Tut er/sie es nämlich, und du hast nichts gesagt, wird das wahrscheinlich ein schlechteres Licht auf dich werfen als wenn du deinen Fehler gleich eingestanden hättest.

Außerdem gibt es Situationen, in denen der/die Arbeitgeber/in Schadensbegrenzung betreiben kann und sollte. Dafür muss er/sie jedoch über die Situation im Bilde sein. Du selbst kannst am besten einschätzen, von welchen Situationen du deiner/m Vorgesetzten berichten solltest und was du guten Gewissens für dich behalten kannst, weil es keine weiteren Folgen haben wird.

Droht nach einem Fehler die Kündigung?

Von der Sorge um mögliche arbeitsrechtliche Konsequenzen solltest du dich bei der Abwägung, ob du einen Fehler im Job beichten solltest oder nicht, allerdings nicht leiten lassen. Diese Entscheidung solltest du ausschließlich von der Schwere deines Fehlers abhängig machen – und deinen Möglichkeiten, die Angelegenheit schnell auszubügeln.

Kann der Fehler zumindest potenziell großen Schaden anrichten, muss der/die Arbeitgeber/in davon erfahren. Dabei brauchst du dir keine Sorgen zu machen, dass du am nächsten Tag direkt die Kündigung auf dem Tisch haben könntest. In aller Regel droht dir für einen Fehler auf der Arbeit höchstens eine Abmahnung.

Wenn du dir nicht erneut etwas zu Schulden kommen lässt, hat eine Abmahnung keine Konsequenzen. In aller Regel kommt eine Kündigung also erst dann in Betracht, wenn du mehrfach etwas falsch gemacht hast. Außerdem muss der/die Arbeitgeber/in gegebenenfalls prüfen, ob er/sie nicht etwas dafür tun könnte, dass es gar nicht erst zu Fehlern kommt.

Einen Fehler im Job beichten: Tipps zum Vorgehen

Du hast im Job einen Fehler gemacht und möchtest deine/n Arbeitgeber/in darüber in Kenntnis setzen. Aber wie macht man das richtig? Zunächst einmal solltest du einen passenden Moment abwarten. Es hängt von der Tragweite deines Fehlers ab, ob du deine/n Chef/in in einem ruhigen Moment zwischendurch ansprechen kannst oder ob es besser ist, formell um ein Gespräch zu bitten.

Wichtig dabei ist, dass du deinen Fehler möglichst zeitnah eingestehst. Warte nicht unnötig lange ab, weil du dir nicht sicher bist, ob du überhaupt davon berichten solltest. In vielen Fällen ist es für den/die Arbeitgeber/in günstiger, wenn er/sie möglichst frühzeitig Bescheid weiß und, falls nötig, handeln kann. Wenn du abwartest, fällt das außerdem wahrscheinlich später auf – und führt möglicherweise dazu, dass du dich für dein Zögern rechtfertigen musst.

Auf das Gespräch mit dem/der Arbeitgeber/in solltest du dich vorbereiten. Das betrifft auch deine mentale Haltung. Viele Betroffene haben Angst vor der Reaktion ihres/r Vorgesetzten. Erwarte aber nicht von vornherein, dass man dir den Kopf abreißen wird – sonst verhältst du dich womöglich unnötig defensiv. Ebenso wenig solltest du versuchen, deinen Fehler herunterzuspielen oder Ausreden dafür zu finden. Das kommt sehr wahrscheinlich nicht gut an.

Je nachdem, wie gravierend dein Fehler war, ist eine Entschuldigung angebracht. Die sollte ehrlich klingen und deutlich machen, dass du dir der Tragweite deines Fehlers bewusst bist. Immer wieder entschuldigen musst du dich jedoch nicht.

Überlege dir vor dem Gespräch, wie man die Auswirkungen deines Fehlers abmildern könnte. Wenn du deiner/m Chef/in Vorschläge unterbreiten kannst, wird das sehr wahrscheinlich positiv aufgenommen werden.