Einsamkeit im Job: Ursachen, Tipps & Lösungen

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Einsamkeit im Job: Ursachen, Tipps & Lösungen

Wer im Job einsam ist, leidet oft sehr darunter. Besonders, wenn das Problem für längere Zeit besteht, kann es für die Betroffenen spürbare psychische oder körperliche Folgen haben. In diesem Beitrag geht es darum, welche Gründe Einsamkeit im Job haben kann und was du dagegen tun kannst.

Einsamkeit im Job kann viele Ursachen haben

Eigentlich ist der Arbeitsplatz ein Ort, an dem man auf andere Menschen trifft und sich mit ihnen austauscht. Wer nicht gerade alleine im Homeoffice sitzt oder selbständig ist, hat im Laufe eines typischen Arbeitstags meist viel Kontakt mit anderen. Was aber, wenn man sich trotzdem einsam am Arbeitsplatz fühlt?

Einsamkeit im Job kann sich breitmachen, wenn jemand keinen guten Draht zu seinen Kolleg/innen hat. Oft kennen Betroffene ihre Kolleg/innen kaum, haben aber auch nicht das Gefühl, dass sich das kurzfristig ändern ließe. Auch ein schlechtes Betriebsklima kann dazu führen, dass Arbeitnehmer sich einsam fühlen.

Andere sind noch neu in ihrem Job und hatten noch kaum Gelegenheit, die anderen Mitarbeiter/innen kennenzulernen und eine freundliche oder gar freundschaftliche Beziehung zu ihnen aufzubauen. Besonders Menschen, die Probleme damit haben, auf andere zuzugehen und sich ihnen gegenüber zu öffnen, können sich in der ersten Zeit in einem neuen Unternehmen einsam fühlen.

Bei manchen Berufen gehört das Alleinsein dazu. Wenig Kontakte zu anderen haben etwa Förster/innen, Nachtwächter/innen oder Landwirt/innen. Alleine seine Schichten zu machen muss nicht bedeuten, dass sich jemand einsam fühlt. Fehlen aber auch in der Freizeit Kontakte, können wenige berufliche Kontakte das allgemeine Gefühl von Einsamkeit verstärken.

Einsamkeit kann sich auch einstellen, wenn jemand von zuhause aus arbeitet – zum Beispiel, weil er häufig Homeoffice macht oder selbständig ist. Auch hier wird das Problem verschärft, wenn es auch abseits der Arbeit wenig Kommunikation mit anderen Menschen gibt.

Warum du Einsamkeit im Job nicht einfach hinnehmen solltest

Wenn jemand im Job einsam ist, ist das keine zufriedenstellende Situation – und ein Problem, welches du nicht vernachlässigen solltest. Menschen sind soziale Wesen und ein Mangel an Kontakt mit anderen kann gravierende Folgen haben. Besonders problematisch ist die Lage, wenn jemand alleine lebt und auch privat wenig Kontakte hat.

Einsamkeit im Job kann Folgen haben, und zwar psychische ebenso wie körperliche. Resultiert die Einsamkeit aus Konflikten im Team, gehen viele Betroffene nicht mehr gerne zur Arbeit. Oft spielt es dann keine Rolle mehr, ob die Tätigkeit an sich Spaß macht oder nicht, weil die Umstände so belastend sind. In solchen Situationen macht häufig schon der Gedanke an Arbeit schlechte Laune.

Manche Arbeitnehmer/innen leiden unter Einsamkeit im Job, weil sie sich von anderen aktiv ausgegrenzt fühlen. Das kann Selbstzweifel auslösen und dem Selbstwertgefühl einen Dämpfer verpassen. Besonders schlimm ist es für viele Betroffene, wenn die Ausgrenzung absichtlich geschieht und es sich somit um Mobbing handelt.

Unabhängig von den Gründen für die Einsamkeit im Job kann sie dazu führen, dass Betroffene psychisch angeschlagen sind; sie kann Ängste, Nervosität und Depressionen begünstigen. Auch Schlafstörungen, Rückenschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden können die Folge von Einsamkeit am Arbeitsplatz sein. Deshalb solltest du Einsamkeit im Job nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern überlegen, wie die Lage verbessert werden könnte.

Tipps und Strategien gegen Einsamkeit im Job

Was du gegen Einsamkeit im Job tun kannst, hängt davon ab, wo die Ursache dafür liegt. In diesem Abschnitt findest du Tipps und Lösungsansätze für verschiedene Ausgangssituationen.

  • Du arbeitest in einer Firma mit anderen zusammen, bist also nicht alleine bei der Arbeit: Fühlst du dich einsam, weil du deine Kolleg/innen nicht gut kennst? Dann kann es hilfreich sein, einfach auf andere zuzugehen und zu fragen, ob sie gemeinsam Mittagessen oder mal einen Kaffee mit dir trinken möchten.
  • Falls du glaubst, dass ihr euch dafür noch zu wenig kennt oder du dich nicht traust, zu fragen, ist es hilfreich, jegliche Gelegenheiten zu nutzen, um mit anderen in Kontakt zu treten. Du kannst bei beruflichen Besprechungen mit Kolleg/innen ins Gespräch kommen oder dich bei Fragen an sie wenden. Auch ein Treffen in der Teeküche ist ein guter Anlass, um mit anderen zu plaudern. So kannst du nach und nach eine bessere Beziehung zu Kolleg/innen aufbauen. Dadurch wird der Kontakt irgendwann immer natürlicher und selbstverständlicher.
  • Glaubst du, dass die anderen dich nicht mögen? Nur, weil du wenig Kontakt mit dem übrigen Team hast, muss das nicht heißen, dass man dich blöd findet. Rede dir nicht ein, dass niemand etwas mit dir zu tun haben möchte oder es nur an dir liegt, dass die Kontakte nicht ausgeprägter sind. Wer solche Einstellungen hat, verhält sich unbewusst oft entsprechend – und kann so ungewollt dafür sorgen, dass die anderen erst recht Abstand halten.
  • Wenn du von anderen gemobbt wirst, solltest du das auf keinen Fall für dich behalten. Sprich mit deiner/m Vorgesetzten. Der/Die Arbeitgeber/in hat eine Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeiter/innen und muss solche Situationen klären.
  • Arbeitest du regelmäßig von zuhause aus – zum Beispiel durch Homeoffice oder deine Selbständigkeit? Dann kannst du überlegen, welche Möglichkeiten es gibt, in der Nähe anderer Menschen zu arbeiten. Du könntest zum Beispiel deine Homeoffice-Tage verringern oder dafür sorgen, dass du in deiner Freizeit genügend Kontakt mit anderen hast. Das kann Gefühle der Einsamkeit im Job verringern. Wer alleine lebt, kann mit anderen telefonieren oder Treffen mit Freund/innen oder Angehörigen vereinbaren.
  • Für Selbständige ist es bequem, sich ein Büro im eigenen Zuhause einzurichten. Wer nur selten Termine auswärts hat, kann sich aber nach einer gewissen Zeit einsam fühlen. In diesem Fall könntest du darüber nachdenken, dir einen Coworking-Space zu mieten oder gemeinsam mit Gleichgesinnten ein Büro zu nutzen. Auch in diesem Fall reicht es manchmal aber schon, wenigstens nach Feierabend Kontakt mit anderen zu haben.