Disponent:innen haben tagtäglich mit Planung und Koordination zu tun: Sie organisieren Ressourcen, Fahrzeuge und Personal, um Abläufe in Logistik und Produktion reibungslos zu gestalten. Welche Aufgaben und Tätigkeiten sind für diesen Beruf typisch? Welche Qualifikationen und Fähigkeiten sind erforderlich, wenn man als Disponent:in arbeiten möchte? Und was sollte man sonst noch über den Beruf als Disponent:in wissen? Hier erfährst du es.
Inhalt
Was macht ein:e Disponent:in?
Disponent:innen sind in der Logistik- und Transportbranche tätig. Dabei sind Optimierung und Steuerung ihr tägliches Brot: Disponent:innen befassen sich in erster Linie mit der Planung von Touren, der Zuweisung von Fahrzeugen und der Koordination von Lieferungen. Sie überwachen Prozesse, reagieren auf Störungen und sorgen für effiziente Ressourcennutzung, unter Berücksichtigung von Terminen und Kosten. Sie sorgen dafür, dass alle logistischen Abläufe pünktlich ablaufen und die Kundenzufriedenheit gewahrt bleibt.
Während in kleineren Firmen oft vielseitige Koordinator:innen gefragt sind, die alle Bereiche handhaben, gibt es in größeren Unternehmen spezialisierte Teams. Disponent:innen können dann in Bereichen wie Güterverkehr, Warenwirtschaft oder Fuhrparkmanagement tätig sein.
Aufgaben & Tätigkeiten von Disponent:innen
Welche Aufgaben ein:e Disponent:in im Joballtag hat, hängt davon ab, wo die Person arbeitet und ob sie auf einen bestimmten Sektor spezialisiert ist. Grundsätzlich befassen sich Disponent:innen mit organisatorischen und logistischen Aufgaben. Hier sind sie für die Steuerung von Prozessen zuständig. Das betrifft alle Bereiche, bei denen es um den effizienten Einsatz von Ressourcen geht. Dazu zählen etwa Transportaufträge, Lagerkoordination oder Personaleinsätze.
Ein:e Disponent:in ist damit befasst, Abläufe zu planen und zu überwachen. Ein:e solche:r Beschäftigte:r weist Fahrzeuge zu, koordiniert Lieferungen und löst Probleme. Bei ihrer Arbeit stützen sich Disponent:innen auf Software wie ERP-Systeme, Tourenplaner und Kommunikationstools.
Zu den typischen Aufgaben als Disponent:in können darüber hinaus die folgenden Tätigkeiten gehören:
- Planung und Optimierung von Transportrouten
- Zuweisung von Fahrzeugen und Personal
- Überwachung von Lieferzeiten und -status
- Verhandlungen mit Lieferant:innen und Kund:innen
- Reaktion auf Störungen wie Verzögerungen oder Ausfälle
- Dokumentation von Aufträgen und Berichterstattung
- Kosten- und Ressourcenmanagement
- Koordination mit Lager und Produktion
- Einhaltung gesetzlicher Vorschriften im Transport
- Analyse von Logistikdaten zur Prozessverbesserung
- Abwicklung von Retouren und Sonderlieferungen
- Kommunikation mit Fahrern und Teams
- Budgetüberwachung und Wirtschaftlichkeitsberechnungen
Ausbildung: Wie wird man Disponent:in?
Beim Disponent beziehungsweise der Disponentin handelt es sich in Deutschland nicht um eine geschützte Berufsbezeichnung. Das bedeutet, dass es auch nicht den einen, typischen oder vorgeschriebenen Weg gibt, Disponent:in zu werden. Üblicherweise haben Disponent:innen einen kaufmännischen Hintergrund und haben nach einer Ausbildung eine spezielle Weiterbildung zum Disponent beziehungsweise zur Disponentin absolviert.
Solche Weiterbildungen werden von der Industrie- und Handelskammer (IHK) und privaten Instituten angeboten. Sie dauern in Vollzeit in der Regel einige Wochen bis Monate, in Teilzeit entsprechend länger. Auch Fernunterricht ist grundsätzlich möglich.
Um eine solche Weiterbildung machen zu können, müssen angehende Disponent:innen eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem kaufmännischen Bereich (z. B. Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung) vorweisen können. Außerdem werden üblicherweise mindestens ein oder zwei Jahre Berufserfahrung in der Logistik verlangt. Ohne abgeschlossene Berufsausbildung kann eine Weiterbildung zum Disponent beziehungsweise zur Disponentin trotzdem möglich sein, nämlich nach mehreren Jahren Praxis in einem entsprechenden Bereich.
Wer Disponent:in werden möchte, kann auch studieren. Eine gute Grundlage für die Arbeit in der Disposition sind betriebswirtschaftliche Studiengänge. Bei einem Studium können sich etwa Studienrichtungen wie Logistik, Betriebswirtschaftslehre, Supply Chain Management oder Verkehrswesen anbieten.
Welche Qualifikationen & Fähigkeiten sollten Disponent:innen mitbringen?
Neben fachlicher Expertise helfen auch bestimmte Persönlichkeitsmerkmale bei einer Tätigkeit in der Disposition. Disponent:innen sollten Freude an dynamischer Planung haben. In ihrer täglichen Arbeit ist es wichtig, dass sie stressresistent und lösungsorientiert vorgehen. Disponent:innen profitieren von einer schnellen Auffassungsgabe und Teamfähigkeit. Ebenfalls wichtig ist die Bereitschaft, sich regelmäßig weiterzubilden, um bei aktuellen Entwicklungen in der Logistik auf dem neusten Stand zu bleiben.
Ein:e Disponent:in sollte ausgeprägte kommunikative Fähigkeiten mitbringen, denn Absprachen mit Fahrern, Kund:innen und Lieferant:innen gehören zur täglichen Arbeit. Gute Fremdsprachenkenntnisse, insbesondere Englisch, sind ebenfalls empfehlenswert, wenn man als Disponent:in arbeiten möchte. Wichtige fachliche Qualifikationen umfassen Kenntnisse in Logistiksoftware, Tourenplanung und rechtlichen Vorschriften.
Wo kann man als Disponent:in arbeiten?
Disponent:innen sind in praktisch allen Branchen mit Logistikbedarf gefragt, was diesen Beruf vielseitig macht. Sie können zum Beispiel in Speditionen, Logistikunternehmen, Produktionsbetrieben oder Handelsfirmen arbeiten. Spezialist:innen für bestimmte Bereiche finden am ehesten in größeren Unternehmen passende Stellen, während Disposition in kleineren Firmen in der Regel eine Querschnittsaufgabe ist.
Je besser ein:e Disponent:in qualifiziert ist, desto besser sind die Karrierechancen. Weiterbildungen, etwa zum Fachwirt für Güterverkehr oder im Bereich Logistik, können in dieser Hinsicht sehr lohnenswert sein. Grundsätzlich sind die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt aber auch ohne Spezialisierung in der Disposition sehr gut.
Disponent:innen können nicht nur angestellt arbeiten, sondern sich – mit etwas Erfahrung und entsprechenden Qualifikationen – auch selbstständig machen. Was jedoch nicht erlaubt ist, sind bestimmte beratende Tätigkeiten ohne weitere Zulassungen. Geprüfte Disponent:innen dürfen im Vergleich zu anderen weiterführende Aufgaben in der Logistik übernehmen, etwa die Leitung von Teams.
Karriere machen als Disponent:in
Disponent:innen haben vielseitige Möglichkeiten, beruflich aufzusteigen. Was möglich ist, hängt von ihren Qualifikationen ab. Positiv wirken sich zum Beispiel eine zusätzliche Weiterbildung und Spezialisierung aus. Auch ein Studium kann hilfreich sein, wenn Disponent:innen Karriere machen wollen.
Neben einem passenden fachlichen Hintergrund und sehr guten Arbeitszeugnissen kommt es darauf an, sich für die richtigen Stellen zu bewerben. Genau zu überlegen, in welchen Schritten die eigene Karriere gestaltet werden kann, kann den entscheidenden Unterschied machen. Auch gute Beziehungen sind sehr hilfreich, wenn es um interessante Karrierechancen geht.
Mit der entsprechenden Erfahrung als Disponent:in sind auch leitende Stellen in der Logistik möglich, in denen die Gehaltsaussichten entsprechend gut sind. Auch hierfür gilt: Es hilft, die richtigen Personen zu kennen und von sich zu überzeugen.














